Was ist mit Menschen, die nie von Jesus gehört haben?

Kommen Menschen in die Hölle, die nie von Jesus gehört haben?

Indigener

Jesus Christus sagt selbst von sich in der Bibel: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Johannes 14,6).

Aber nicht alle Menschen haben die Gelegenheit gehabt, in ihrem Leben von Jesus gehört zu haben. Ein Beispiel: Indigene Volksstämme, die nie Kontakt zur Zivilisation oder zu Missionaren gehabt haben. Auch zu anderen Zeiten, z.B. im Norden Amerikas, bevor Kolumbus Amerika entdeckte. Sind sie nun automatisch verloren? Wie ist der Plan Gottes für diese Menschen?

Für Christen ist die Aussage von Jesus Christus eindeutig:
Er selbst sagt in Johannes 14,6, dass er „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist – und dass niemand zum Vater kommt außer durch ihn.

Doch daraus ergibt sich eine oft gestellte und berechtigte Frage:

Was ist mit Menschen, die nie von Jesus gehört haben?
Sind sie automatisch verloren?

Diese Frage betrifft nicht nur abgelegene Naturvölker heute, sondern auch unzählige Menschen in der Geschichte – lange vor globaler Vernetzung, Mission und Zugang zur Bibel.


Ein Gedankenexperiment: „Sam“ im Jahr 1000

Stellen wir uns einen Menschen vor:

  • Sein Name ist Sam
  • Er lebt um das Jahr 1000
  • In Nordamerika, ohne Kontakt zur „alten Welt“
  • Ohne Schrift, ohne Bibel, ohne Evangelium

Frage:
Kann ein solcher Mensch Gott erkennen – und sogar zu einem rettenden Glauben gelangen?


1. Erkenntnis durch die Natur

Sam hat keine Bibel – aber er hat:

  • Augen
  • Verstand
  • Beobachtungsgabe

Er sieht die Welt um sich herum.

Beispiel: Die Sonnenfinsternis

Eine totale Sonnenfinsternis ist ein außergewöhnlich präzises Ereignis:

  • Sonne, Mond und Erde müssen exakt ausgerichtet sein
  • Der Mond erscheint nur deshalb gleich groß wie die Sonne, weil:
    • er ca. 400× kleiner ist
    • aber auch ca. 400× näher

Schon kleine Abweichungen würden dieses Phänomen unmöglich machen. Hinzu kommt, dass der Mond gerade so groß ist, dass er die Sonne bei einer totalen Sonnenfinsternis so eben überdeckt. Das führt dazu, dass wir am Rand die sogenannte Korona sehen. Die Korona erscheint als silbrig-weißer, fächerartiger Strahlenkranz um die dunkle Mondscheibe. Sie gibt der Wissenschaft wertvolle Erkenntnis zur Sonne. Wäre der Mond nur etwas größer, würde man die Korona gar nicht sehen können. Gott ist also auch daran interessiert, dass wir Menschen seine Schöpfung erforschen.

Schlussfolgerung:
Solche Feinabstimmung legt für Sam nahe:
→ Das ist kein Zufall.
→ Es muss einen Urheber geben.


2. Hinweise auf das Wesen Gottes

Durch die Natur kann Sam nicht nur erkennen, dass es einen Schöpfer gibt – sondern auch wie dieser ist.

a) Gott ist gut

  • Die Erde ist bewohnbar (habitable Zone, also gute klimatische Bedingungen, nicht zu weit von der Sonne entfernt  (Kälte) und auch nicht zu nah (Hitze).
  • Es gibt Nahrung im Überfluss. Dass diese oft ungerecht verteilt ist, liegt nicht an Gott, sondern am Menschen.
  • Vielfalt statt Minimalismus

Beispiele:

  • Es gibt Tausende Obstsorten, weltweit gibt es bis zu 100.000 verschiedene Fruchtsorten, einschließlich aller Züchtungen und Variationen
  • Es gibt Millionen Tierarten, die meisten darunter Insekten, bis heute findet man noch ganz neue, bisher unentdeckte Arten.
  • Wir leben in einer Welt voll Schönheit, Geschmack und Duft

Ein rein funktionaler „Überlebens-Gott“ hätte nur das Nötigste geschaffen.
Doch die Welt ist reich, vielfältig und oft überfließend. Gott beschenkt uns also nahezu überschwenglich. Die meisten Dinge bräuchten wir zum reinen Überleben gar nicht, aber wir erkennen, dass Gott für Reichhaltigkeit steht.

Hinweis auf einen guten, großzügigen Schöpfer


b) Gott ist ein Gott der Ordnung

Sam beobachtet:

  • Die Abfolge von Tag und Nacht, von Ebbe und Flut
  • den regelmäßigen Verlauf der vier Jahreszeiten
  • Naturgesetze
  • Regelmäßigkeit im Kosmos

→ Die Welt ist nicht chaotisch, sondern strukturiert. Ein Stein fällt immer nach unten, immer mit der selben Fallgeschwindigkeit. Bei einem willkührlichen Gott würde der Stein vielleicht auch mal nach oben fliegen.


c) Gott ist kreativ und individuell

  • Jede Schneeflocke ist einzigartig, sie haben immer sechs Ecken, niemals fünf oder sieben.
  • Jede Stimme ist unverwechselbar
  • Jeder Mensch hat eine eigene DNA

→ Ordnung + Individualität = bewusste Gestaltung. Die Schneeflocke zeigt: Innerhalb der Ordnung gibt es Einzigartigkeit, jede Schneeflocke hat sechs Ecken, aber innerhalb dieser Festlegung ist jede von ihnen ein Unikat.


d) Gott ist mächtig

Sam erkennt:

  • Er selbst kann Werkzeuge bauen
  • Aber keinen Planeten erschaffen

→ Der Schöpfer muss weit über ihm stehen


3. Der entscheidende Punkt: Das Gewissen

Bis hierhin weiß Sam:

  • Es gibt einen Schöpfer
  • Dieser ist gut, ordnend und mächtig

Doch das reicht noch nicht zur Erlösung.

Jetzt kommt etwas Entscheidendes hinzu:

Das Gewissen

Sam merkt:

  • Manche Dinge fühlen sich richtig an
  • Andere falsch

Gott hat uns ein Gewissen geschenkt, also einen moralischen Kompass. Selbst Kinder haben schon eine Ahnung davon, was gut oder böse ist. Würden wir eine Umfrage starten mit der Frage: „Wie müsste der perfekte Mensch sein?“ Alle Menschen würden in etwa so oder so ähnlich antworten: „Das müsste ein herzensguter Mensch sein, ein wahres Engelchen, er könnte keiner Fliege etwas zuleide tun, er wäre immer freundlich und hilfsbereit“. Das heisst, wir Menschen wissen, was gut ist, was sich gehört. Das sagt Gott übrigens auch in seinem Wort: 

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)

Er braucht keine extra Belehrung, um zu wissen:

  • Lügen ist falsch
  • Ungerechtigkeit ist falsch
  • Egoismus ist problematisch

Der moralische Maßstab

Wir wissen also, was gut ist, es liegt also nicht daran, dass wir es nicht wüssten. Das Problem ist so zu sein wie ein perfekter Mensch.

Ein Indigener gebraucht seinen Verstand

4. Die große Erkenntnis

Jetzt passiert etwas Entscheidendes:

Sam wendet diesen Maßstab auf sich selbst an.

Und erkennt:

  • Ich bin nicht immer ehrlich
  • Ich bin nicht immer gut
  • Ich handle egoistisch
  • Ich verletze andere

Der Wendepunkt:

„Ich kenne das Gute – aber ich schaffe es nicht.“

Das Problem ist nicht Unwissenheit. Er weiss ganz genau, was gut oder böse ist, er hat bei seinen Taten entweder ein schlechtes oder ein reines Gewissen. Er hat zwar den moralischen Kompass in sich, aber er kann ihn nicht erreichen. 

Das Problem liegt in ihm selbst.


5. Die Frage nach Erlösung

Sam erkennt:

  • Gott ist gut
  • Ich bin es nicht
  • Es gibt eine moralische Kluft

Und daraus entsteht eine existenzielle Frage:

Wer kann mich davon befreien?

Er kann sich nicht selbst retten.
Auch andere Menschen können es nicht. Auch Paulus schreibt im Römerbrief:
Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?“ (Römer 7,24)

Schon Paulus fragt nach Erlösung! Er hat einen inneren Konflikt, den er selbst nicht lösen kann. Wenn ich etwas nicht selbst lösen kann, brauche ich einen Erlöser! Es liegt nicht am Wollen. Wir Menschen wollen durchaus das Gute tun, aber wir schaffen es nicht immer. Wenn wir uns vornehmen, ein guter Mensch zu sein, kann das eine Weile gut gehen. Aber irgendwann stolpern wir doch und merken: „Oh je, da habe ich mal wieder einem Menschen unrecht getan oder etwas anderes Böses getan.“

Und das wiederholt sich ständig, wir merken: Wir haben ein Problem. Das sind nicht nur Ausrutscher, ständig passieren mir diese Dinge, da wohnt etwas nicht so Gutes in mir und ich kann das nicht selbst handhaben.


6. Der logische Schritt: Hin zu Gott

Wenn etwas kaputt ist, geht man zum Experten.

Sam erkennt:

  • Gott ist mein Schöpfer
  • Gott ist der „Experte“

Also tut er das Naheliegendste:

Er wendet sich an Gott

Vielleicht nicht mit Worten wie wir. Vielleicht nur innerlich. Vielleicht wendet er sich auch mit Worten an Gott. 

Wenn mein Rasenmäher kaputt ist, suche ich einen Experten, der diesen wieder reparieren kann. Was tue ich, wenn ich merke, dass etwas in mir selbst kaputt ist? Es gibt auf dieser Welt keinen Experten für so etwas. Selbst der beste Psychologe kann nicht erreichen, dass ich zeitlebens immer ein perfekter Mensch sein werde. Er kann etwas aufpolieren, aber er kann nicht die Wurzel des Problems lösen.

Sam:

  • Er sucht Hilfe
  • Er sucht Vergebung
  • Er vertraut sich diesem Schöpfer an

7. Der Schlüssel: Vertrauen (Glaube)

Hier liegt der entscheidende Punkt:

Nicht Wissen rettet, sondern Vertrauen.

Sam kennt den Namen Jesus nicht.
Aber:

  • Er erkennt seine Schuld
  • Er erkennt Gottes Existenz
  • Er sucht Rettung bei Gott

Das ist biblisch gesehen der Kern des Glaubens

Der Schächer am Kreuz, der sich kurz vor seinem Tod an Jesus wandte mit den Worten:
Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“, erhält als Antwort: „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein“. Er vertraute Jesus in dieser Situation, das ist das, was Gott sich wünscht. Selbst wenn wir den Namen Jesus nicht kennen, es geht um das Vertrauen zu Gott. Jesus ist selbst Gott, als Teil der Dreifaltigkeit. Wenn ich mich also im Vertrauen an Gott wende, dann richte ich mich gleichzeitig an Jesus Christus.


8. Gottes Antwort

Die zentrale These:

Gott lässt niemanden im Stich, der ehrlich nach ihm sucht.

Mögliche Wege:

  • inneres Erkennen
  • weitere Offenbarung
  • außergewöhnliche Erfahrungen (z. B. Träume)

Wichtig ist:

→ Der Mensch reagiert auf das, was er in der Schöpfung erkennt, vor allem, dass er sich als Erlösugsbedürftig erkennt.
→ Gott tut dann das Seinige, er wird Sam nicht einen Strick daraus drehen, dass er den Namen Jesus nicht kannte. Wie auch? Er kann ja nichts dafür. Gott ist nicht ungerecht, so wie Jesus den Schächer am Kreuz erlöste, wird er auch Sam erlösen, wenn dieser sein ganzes Vertrauen auf Gott legt.


9. Der biblische Hintergrund

Der Gedanke dahinter wird in Römer 1,20 zusammengefasst:

  • Gottes Wesen ist in der Schöpfung erkennbar
  • durch Nachdenken
  • sodass niemand eine Entschuldigung hat. Wer also nie den Namen Jesus gehört hat, hat keine Entschuldigung. Denn Gott zeigt sich in seiner Schöpfung. Zudem hat er uns einen moralischen Kompass, das Gewissen, geschenkt. Wir wissen, was gut ist. Ich kann also durch reines Beobachten und Selbstreflexion erkennen, dass ich Erlösung brauche, auch ohne den Namen Jesus je gehört zu haben.

Gut, dass wir die Bibel haben, aber nicht alle Menschen hatten zu ihr Zugang

Auch ohne Bibel und ohne direkte Kenntnis von Jesus Christus kann ein Mensch:

  1. Einen Schöpfer erkennen
  2. Seine eigene Schuld erkennen
  3. Den Wunsch nach Erlösung entwickeln
  4. Sich vertrauensvoll an Gott wenden

Der entscheidende Punkt ist nicht Wissen, sondern ehrliche Suche und Vertrauen. Gott war klar, dass nicht alle Menschen aller Zeitalter eine Bibel hatten oder den Namen Jesus kannten. Er hat daher universelle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass man ihn auch ohne dies erkennen und finden und sich an ihn wenden kann.

Römer 1,20

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Anna-Maria

    Lieber Eckard, mein Betriebssystem (basiert auf Datenschutzrechten) wird von Youtube boykottiert, könntest du die neusten Videos bitte auch auf bitchute stellen? Vielen Dank Anna-Maria

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