30 Jahre Odyssee in der Esoterik

Zeugnis: Von der Esoterik zu Jesus

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Manchmal frage ich mich, warum ich erst eine über 30-jährige Odyssee durch die verschiedenen Bereiche der Esoterik, des Okkultismus und der fernöstlichen Spiritualität durchlaufen musste, bevor ich schließlich doch noch in den Armen des liebenden Vaters landete, um es mal bildhaft auszudrücken. Vielleicht ja deshalb, um jetzt diesen Text hier schreiben zu können, den Du gerade liest.

Ich bin erst relativ spät in meinem Leben – Ende 2018 mit 51 Jahren – zum lebendigen Glauben an den Gott der Bibel und an Jesus Christus gekommen.

Bis dahin habe ich mehr als drei Jahrzehnte in den Gefilden der Esoterik, des Okkultismus und der fernöstlichen Spiritualität nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens gesucht.

Ich war getrieben von einer Sehnsucht nach spirituellen Erfahrungen und wollte immer „hinter die Kulissen“ der vordergründigen Realität zu blicken, die „Illusion der Realität“ (bzw. meiner kleinen „Ich-Identität“ durchschauen), „spirituell erwachen“, war auf der Suche nach „Erleuchtung“.

Der katholische Glaube, mit dem ich sozialisiert worden bin, hatte mir hier keine Antworten bieten können. Mit dem dort vermittelten Bild eines strengen Richter-Gottes, der die guten Menschen in den Himmel lässt und die bösen in die Hölle wirft, konnte ich nichts anfangen. Es erschien mir antiquiert und rückständig. Mit etwa 14 Jahren – kurz nach meiner Firmung – wandte ich mich vom katholischen Glauben ab und trat später aus der Kirche aus.

Während einer kleinen „Sinnkrise“ mit ca. 17 gab mir die esoterische Literatur Hoffnung. Eine neue Welt mit ganz neuen Möglichkeiten tat sich auf: Das Konzept von Karma und Reinkarnation erschien mir logisch – endlich ergab alles scheinbar einen Sinn! Durch mentale Techniken wie Positives Denken und Autosuggestion sollte es möglich sein, sich selbst zu verbessern. Erste Erfolgserlebnisse hatte ich, als es mir gelang, allein durch Visualisierung Warzen verschwinden zu lassen, die zuvor jahrelangen ärztlichen Behandlungsversuchen widerstanden hatten. Mittels Meditation erhoffte ich mir Einblicke in verborgene Wirklichkeiten zu erlangen. Paranormale Phänomene faszinierten mich. Die Liste der Themen, mit denen ich mich im Laufe der folgenden mehr als 30 Jahre befasste, ist lang – hier nur ein kleiner Ausschnitt daraus:

Geistheilung, Yoga, Zen, Tonbandstimmen (oder Transkommunikation), mediale Sitzungen, Orgon-Energie, Reiki, Enneagramm, Ein Kurs In Wundern, Rebirthing, Kabbala / Zahlenmystik, Neo-Advaita, Besuch eines Bruno-Gröning-Freundeskreises, Teilnahme an einem Spirituellen Zirkel im Stile Johannes Grebers, Rosenkreuzer, Hemi-Sync, Qi Gong, Chakra-Meditation, Kundalini, Präsenz-Prozess nach Michael Brown, CoReOn, Trauma-Aufstellungen, Bodh I, Tafeln von Chartres, Divine Openings, HoloSync3D, Brain Entrainment (Mind-Machines), Keshe-Plasma, Zirbeldrüse / Drittes Auge.

Mein großes Ziel war die „Erleuchtung“. Ich wollte immer die Grenzen meines begrenzten Ich-Bewusstseins überschreiten und das „Große Ganze“ erkennen. Jahrelang übte ich mich beispielsweise in Zazen, einer Meditationsform des japanischen Zen-Buddhismus, doch über einige seltene und kurze Momente eines plötzlichen „Hochgefühls“ kam ich nie hinaus. Daneben probierte ich viele andere Methoden aus in der Hoffnung, wenigstens einen kleinen „Blick hinter den Vorhang“ der profanen Realität zu erhaschen – ebenfalls erfolglos. Hier eine kleine Auswahl von Themen, mit denen ich mich allein im Jahr 2018, dem Jahr vor meiner Bekehrung zu Gott, noch befasst habe:

Bewusstseinsreisen

In einem „magischen Podcast“ auf YouTube hörte ich von einer speziellen 3D-Audiotechnik namens „HoloSync 3D“, mit der es ganz leicht möglich sein sollte, Bewusstseinsreisen durchzuführen, die als äußerst real erlebt werden. Tatsächlich sollte es sogar möglich sein, sich mit seinem Bewusstsein an einen beliebigen Ort um Universum zu begeben und dort reale Wahrnehmungen zu machen. Das faszinierte mich. Könnte das vielleicht ein Weg sein, mein Bewusstsein zu transzendieren?

Praktischerweise wohnte der Erfinder dieser Methode gleich im Nachbarort, gerade mal 15 Fahrradminuten von mir entfernt. Seine Frau hat sogar in der hiesigen Volkshochschule Yoga-Kurse in Kombination mit „HoloSync 3D“ angeboten. Also meldete ich mich zum nächsten 5-Tages-Seminar an, das in einem Hotel im Nachbardorf stattfand. Dort lagen wir dann zu acht mit Schlafbrillen auf Luftmatratzen und lauschten den hypnotisierenden Klängen aus dem Raumklang-Kopfhörer, die unserem Bewusstsein Flügel verleihen sollten. Bei vielen klappte das auch – bei mir leider nicht!

Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben, daher kaufte ich die im Seminar gehörten Audiotracks und die notwendige Ausrüstung (hochauflösender Audioplayer und Raumklang-Kopfkörer), um damit zu Hause weiterüben zu können. Nach dem Seminar verabredeten sich die Teilnehmer zu monatlichen Telefonkonferenzen, um gemeinsam „auf Reise“ zu gehen, d.h. wir machten zwei „Bewusstseinsreisen“ und tauschten uns vorher und nachher darüber aus, was wir dabei erlebt hatten. Einige der Teilnehmer dieser „Holonauten“-Gruppe (wie wir uns nannten) haben auch wirklich interessante Erfahrungen gemacht – nur ich mal wieder nicht.

Ganzfeld-Effekt

Daher kam ich irgendwann auf die Idee, dem Ganzen mit dem Ganzfeld-Effekt ein wenig nachzuhelfen. Dabei werden dem Probanden zwei halbierte Tischtennisbälle vor die Augen geschnallt und mit rotem Licht angestrahlt; zugleich bekommt er über Kopfhörer Weißes Rauschen eingespielt. Durch den so erzeugten Reizentzug soll das Gehirn dazu veranlasst werden, innere Bilder zu erzeugen. Also bestellte ich im Internet Tischtennisbälle und bastelte daraus eine Art Brille. Weißes Rauschen erzeugte ich mit einem Audioprogramm am Computer. Vor jeder HoloSync3D-Session machte ich nun erst mal eine Ganzfeld-Session. So ganz funktioniert hat das jedoch auch nicht.

Mind-Machines

Also überlegte ich, was ich noch tun könnte und kam so auf Mind-Machines. Das sind kleine Geräte mit Anschlüssen für Kopfhörer und Lichtbrille, über die dem Benutzer akustische und visuelle Reize zugeführt werden. Durch diese audiovisuelle Stimulation soll das Gehirn dazu angeregt werden, den vorprogrammierten Frequenzen zu folgen. Interessant waren hierbei für mich die Thetawellen im Bereich von 4-7 Hz, durch die z.B. Traumbilder ausgelöst werden können sollen. Mein Gerät war ein ganz dolles Ding mit allen Finessen: Neben den vorgegebenen Programmen ließ es sich auch über USB und einem speziellen Editor-Programm selbst programmieren, und es hatte sogar Ohrclips, die zusätzlich zu den Tönen und Lichtimpulsen noch schwache elektrische Impulse an die Ohrläppchen schickte, die den Effekt noch verstärken sollten – halt nur nicht bei mir…

Um es kurz zu machen: Trotz ca. einjährigen, regelmäßigen Übens mit dieser patentierten Technik sowie Unterstützung durch diverse Brainwave-Entrainment-Technologien ist es mir nie auch nur ansatzweise gelungen, in einen veränderten Bewusstseinszustand zu gelangen (abgesehen von Schläfrigkeit), geschweige denn Bewusstseinsreisen zu unternehmen. Also mal wieder rausgeschmissenes Geld (mehrere hundert Euro) und vergeudete Zeit.

Keshe-Technologie

Über die „Holonauten“-Gruppe kam ich zu einem monatlich stattfindenden „Bewusst-Treff“ in München. Dort ging es um die verschiedensten Themen rund um Esoterik, Spiritualität und Gesellschaft einschließlich diverser Verschwörungstheorien. Einer der Teilnehmer brachte das Thema „Keshe-Technologie“ auf, bei der es um die praktische Nutzbarmachung „feinstofflicher Energien“ ging. Die dazu benötigten Aufbauten waren nicht allzu kompliziert und ließen sich im Prinzip von jedermann zu Hause herstellen. Das vielfältige Anwendungsspektrum dieser Technologie reichte von Gesundheit über Ernährung bis hin zu Energieeinsparung und Raumfahrt. Klingt phantastisch und ist es auch.

Wir gründeten eine „Keshe-Bastelgruppe“ und nahmen an wöchentlichen Zoom-Meetings einer größeren Gruppe von Keshe-Begeisterten teil, in der jeder seine Fragen, Erfahrungen und Ergebnisse mit den anderen teilen konnte. Ich stellte eine Seite ins Internet, in der ich meine Versuche und Ergebnisse dokumentierte. Insbesondere ging es dabei um Nanobeschichtungen von Materialien und um die Herstellung von sogenanntem „GaNS“, was für „Gas im Nano-Zustand“ steht und als Grundzutat für viele Keshe-Anwendungen benötigt wird. Zwei dieser Anwendungen aus dem Gesundheitsbereich sind z.B. Heilstifte und Heilpflaster, sogenannte „Patches“, die auf erkrankte Stellen gelegt werden, um dort Heilung zu bewirken.

Dann erkrankte eine der Teilnehmer schwer und musste ins Krankenhaus. Dort wurde zunächst eine falsche Diagnose gestellt und er war verzweifelt. Er bat mich, ihm einige Patches zu bringen, die er sich auflegen konnte. Er berichtete mir dann, dass es ihm tatsächlich geholfen habe. Ob das allerdings an den Patches lag, weiß ich nicht, denn mittlerweile hatte ich schon zu Gott gefunden und für ihn um Heilung gebetet. Ich selber habe bei den Patches und auch bei dem Heilstift jedenfalls nie eine Wirkung feststellen können.

Weitere Themen

Diese ganzen Sachen waren alle innerhalb eines Jahres vor meiner Bekehrung, und das war nur ein Teil der Themen aus dieser Zeit. Parallel dazu befasste ich mich noch mit einer auf Hyperventilation beruhenden Atemtechnik zur Bewusstseinsveränderung, mit „Divine Openings“ und den „Tafeln von Chartres“. Sogar noch Ende November 2018, als ich schon begonnen hatte, mich mit dem christlichen Glauben zu beschäftigen, bevor ich mich schließlich zwischen Weihnachten und Silvester 2018 bekehrte, hatte ich noch ein Buch über das „Dritte Auge“ bestellt, das ich dann aber nicht mehr zu Ende gelesen hatte.

An der „Dichte“ der Sachen, mit denen ich mich allein in dem einen Jahr vor meiner Bekehrung beschäftigt habe, kann man vielleicht erahnen, wieviel da bei mir in drei Jahrzehnten zusammengekommen ist.

Transkommunikation

Viele der Themen habe ich nur kurz gestreift, manche haben mich länger begleitet, und ein Thema war quasi mein „Lebensinhalt“: Die „Instrumentelle Transkommunikation“ oder – wie es damals noch hieß – Tonbandstimmenforschung, mit der ich mich seit 1987 befasste. Dabei geht es, kurz gesagt, darum, mit Hilfe technischer Geräte Audio- und Videokontakte zu den Seelen Verstorbener und anderen Geistwesen herzustellen. Das faszinierte mich, denn so konnte ich meine Elektronik-Bastelleidenschaft auf ideale Weise mit meinem Interesse für Spiritualität verbinden und gleichzeitig auch noch etwas Sinnvolles tun, indem ich dabei mithelfe, einen wissenschaftlichen Nachweis für das Leben nach dem Tod zu erbringen.

Ich beschaffte mir also Literatur über Parapsychologie, darunter den damaligen „Klassiker“ zum Thema Tonbandstimmenforschung, das Buch „Sprechfunk mit Verstorbenen“ des Schweden Friedrich Jürgenson, der das Stimmenphänomen 1959 entdeckt, darüber geforscht und seine Ergebnisse und Erfahrungen 1967 publiziert hat. Hinten im Buch war die Adresse eines „Vereins für Tonbandstimmenforschung“ angegeben, dem ich Ende 1987 beitrat.

Ich nahm an Regionaltreffen und Tagungen teil, tauschte mich mit anderen Forschern aus, probierte verschiedene Einspielmethoden (d.h. technische Methoden zur Aufnahme solcher Stimmen) aus, modifizierte sie und entwickelte sie weiter. Es war eine faszinierende Zeit mit interessanten Begegnungen und Erfahrungen.

1997 wurde ich Teil des Vorstands-Teams und übernahm nach und nach immer mehr zentrale Aufgaben auf ehrenamtlicher Basis: 1997 baute ich die Vereins-Website auf und betreute sie seither in redaktioneller und technischer Hinsicht; ab 2001 war ich für die Redaktion und Erstellung der vierteljährlich erscheinenden Vereinszeitschrift zuständig; ab 2005 übernahm ich auch noch die Mitglieder- bzw. Vereinsverwaltung incl. Beitragseinzug; ab 2010 war ich für die Technik bei den zweimal jährlich stattfindenden Tagungen verantwortlich; außerdem war ich technischer Ansprechpartner für Mitglieder und Interessenten.

Privat betrieb ich ab 1997 eine Mailingliste sowie ab ca. 2000 eine Website mit Wiki und Diskussionsforum zum Thema Tonbandstimmen bzw. Instrumentelle Transkommunikation. Ich entwickelte eine Software zur Durchführung von Tonbandstimmen-Einspielungen mittels Computer, die im Internet eine recht große Verbreitung fand. Bei einigen Vereinstagungen hielt ich Vorträge über die Ergebnisse meiner Forschungen zu neuen Einspieltechniken und -konzepten.

Die Tonbandstimmenforschung und meine Arbeit für den Verein war für mich so etwas wie eine selbstgewählte „Lebensaufgabe“ geworden und es war nicht abzusehen, dass sich das jemals ändern würde. Ich dachte wirklich, ich würde der Menschheit damit etwas Gutes tun. Doch dann kam Gott in mein Leben und ich erkannte, dass ich die ganze Zeit dem „Feind“ in die Hände gespielt hatte! Denn was ich gemacht hatte, war nichts anderes als Okkultismus. Mehr als 30 Jahre hatte ich dabei mitgeholfen, Menschen in die Irre zu führen.

Späte Erkenntnis

Leider erst sehr spät – nach über drei Jahrzehnten – habe ich erkannt, dass mich auch die Esoterik und die fernöstliche Spiritualität nicht weitergebracht hatten. „Irgend etwas“ hinderte mich daran, tief genug einzutauchen und spirituelle Erfahrungen zu machen, nach denen ich so „hungerte“. Weder meine jahrelangen Zen-Übungen noch andere Methoden wie „Chakra-Meditation“ oder die Verwendung von Mind-Machines hatten irgend eine Wirkung gezeigt. Mein Bewusstsein blieb stets auf das „Diesseits“ ausgerichtet – die „Matrix“ war einfach undurchdringlich.
Heute weiß ich, dass Gott mich davor bewahrt hat, zu tief in diese Sachen einzutauchen, denn mir war damals nicht klar, dass ich mich durch meine Beschäftigung mit diesen Themen in Gefahr begeben hatte und es – wenn man sich die Erfahrungsberichte anderer Menschen hier auf diesen Seiten ansieht – auch viel schlimmer hätte ausgehen können.

Ich hatte mich für negative geistliche Einflüsse geöffnet, die allerdings – Gott sei Dank! – nur beschränkt Zutritt zu meiner Seele hatten. Das war mir zu dieser Zeit allerdings nicht bewusst. Dass ich tatsächlich offenbar unter dem Einfluss „dunkler Mächte“ gestanden hatte, wurde mir erst etwa anderthalb Jahre nach meiner Abkehr von diesen Themen und meiner Hinwendung zu Jesus klar:

Schlafparalysen

Jahrelang traten bei mir nachts in unregelmäßigen Abständen sogenannte Schlafparalysen auf. Das sind Zustände zwischen Schlafen und Aufwachen, bei denen das Bewusstsein schon wach, der Körper aber noch bewegungsunfähig ist. Das ist soweit erstmal nichts Ungewöhnliches. Bei mir kam jedoch immer auch ein schwer zu beherrschendes Panikgefühl dazu und das Gefühl, wie wenn mich eine übermächtige Kraft ins dunkle Nichts hinabreißen will, wogegen ich mit aller Kraft ankämpfte. Man könnte es als eine Art Todesangst oder Angst vor dem Vernichtetwerden bezeichnen. Dabei kribbelte mein ganzer Körper wie elektrisiert. Begleitet wurde dieser Zustand von einem lauten Dröhnen und Wahrnehmungen von Stimmen, Geräuschen und Bildern.

Im Laufe der Jahre hatte ich mich schon so daran gewöhnt, dass es nichts Besonders mehr für mich war und ich daher auch gar nicht das Bedürfnis hatte, die Schlafparalysen loszuwerden. Wenn ich es schaffte, das starke Panikgefühl zu beherrschen, konnte ich in diesem Zustand sogar manchmal ganz interessante „Experimente“ machen, z.B. die gesehenen plastischen Bilder beeinflussen oder in einen luziden Traum gelangen.
Erst etwa anderthalb Jahre nach meiner Bekehrung fiel mir auf, dass ich ja schon länger keine dieser nächtlichen Schlafparalysen mehr hatte. Das fand ich erstaunlich!

Rückblickend stellte ich sogar fest, dass die Schlafparalysen in der oben beschriebenen Form genau während der drei Jahrzehnte (20. bis 51. Lebensjahr) meiner Beschäftigung mit esoterischen und okkulten Themen auftraten, und seit meiner Bekehrung nicht mehr. Krass! Anscheinend hatte ich tatsächlich – ohne es zu wissen – irgendwie unter dem Einfluss „dunkler Mächte“ gestanden, von denen ich nun befreit worden bin.

Wenn jetzt noch hin und wieder Schlafparalysen auftreten (vermutlich ausgelöst durch einen unregelmäßigen Schlafrhythmus), dann nur kurz und ohne die ganzen „Begleiterscheinungen“ wie dem Panikgefühl und den übrigen Wahrnehmungen. Es hatte sich offenbar im geistlichen Bereich etwas geändert, das einen eindeutigen Unterschied ausmachte, den ich objektiv feststellen konnte – das begeisterte mich, wo ich doch sonst nie irgendwelche Auswirkungen geistlicher Übungen bemerkt hatte! Durch die geistliche Neugeburt, die eine Folge der Bekehrung ist, war ich nun in den Herrschaftsbereich Gottes gewechselt, zu dem ungöttliche Mächte keinen Zutritt haben.

Die Wende

Dass ich einmal „Christ“ werden würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Noch im November 2018, kurz vor meiner Bekehrung, hatte ich an einer Tagung des Transkommunikations-Vereins teilgenommen und war voller Pläne und neuer Ideen. Nach meiner Rückkehr bemerkte ich, dass ich mein kleines DAB+-Miniradio verloren hatte und bestellte ein neues. Dieses war einfacher zu bedienen als das alte, und so stieß ich beim „Zappen“ durch die Sender auf eine Sendung, die mich aufhorchen ließ: Da ging es um Gott und das Übernatürliche – zwei Dinge, die für mich nicht unbedingt zusammenpassten.

„Wunder gab es in der Bibel, ja, aber heute? Sind doch alles nur Geschichten…“ – so ungefähr meine Gedanken.
In den folgenden Tagen hörte ich weiter diesen Sender – es handelte sich um den ERF (= „Evangeliums-Rundfunk“). In einer Sendung erzählte eine Ex-Esoterikerin von einer für sie sehr berührenden und emotionalen Begegnung mit Jesus, was ihrem Leben eine 180°-Wende zum Positiven gab. Das weckte in mir eine Sehnsucht, diesen liebenden Gott ebenfalls kennenzulernen, den ich bisher nur aus dem katholischen Religionsunterricht als strengen Richter-Gott kannte. Wenn es – wie es dort hieß – tatsächlich möglich sein sollte, eine persönliche und real erfahrbare Beziehung zu Jesus zu haben, dann wollte ich das auch! Dann bräuchte ich ja diesen ganzen Esoterik-Kram nicht, der mich eh nicht weitergebracht hatte!

So traf ich schließlich die Entscheidung, es mal mit diesem Jesus zu probieren. Ich informierte mich im Internet über den christlichen Glauben und fand ein „Lebensübergabegebet“, das ich im Glauben sprach und so Jesus in mein Leben aufnahm.
Damit meiner neuen Beziehung zu Gott nichts im Wege stand, entrümpelte ich mein Leben, indem ich mich radikal von allen „esoterischen“ und „okkulten“ Themen lossagte und Gott dafür um Vergebung bat.

Zwischen Weihnachten und Neujahr führte ich in meiner Wohnung eine große „Ausmist-Aktion“ durch, der sämtliche esoterische und „spirituelle“ Literatur und alle damit in Zusammenhang stehenden Gegenstände zum Opfer fielen, darunter auch alles, was mit meinem ehemaligen „Hobby“ Tonbandstimmen zusammenhing: Bücher, Zeitschriften, Korrespondenz, technische Unterlagen, Aktenordner, Forschungsergebnisse, Audiocassetten, CDs, Geräte, Computerdateien… Ich wollte nichts mehr in meiner Wohnung haben, von dem ich glaubte, dass es „okkult“ war und im Widerspruch zu Gott steht.

Gott spricht zu mir

Seit ich eine persönliche Beziehung zu Jesus habe, erlebe ich immer wieder, wie Gott zu mir „spricht“ und mich so führt und mir zu verstehen gibt, dass er mich und meine Fragen und Bedürfnisse sieht und Anteil an meinem Leben nehmen möchte. Da mir als „Kopfmensch“ offenbar der intuitive Zugang fehlt, tut er das am liebsten durch äußere Zeichen. Meist handelt es sich dabei um Bibelverse oder andere Texte, die mir innerhalb kurzer Zeitabstände mehrfach begegnen. Solche „Koinzidenzen“, wie ich sie gerne nenne, die über bloßen Zufall weit hinausgehen, kannte ich bereits von früher; damals traten sie jedoch bei weitem nicht so häufig auf wie heute. Damals nannte ich das noch „Synchronizitäten“ (in Anlehnung an C. G. Jung) und schrieb sie „dem Universum“ zu; heute glaube ich, dass bereits damals Gott zu mir gesprochen hat, um mich auf sich aufmerksam zu machen.

Manchmal spricht Gott auch durch Träume zu mir. Ich erinnere mich nur selten an meine Träume, und die meisten sind auch ziemlich wirr; manche dagegen sind sehr klar und heben sich von anderen ab und scheinen eine „Message“ zu beinhalten. Besonders beeindruckend finde ich es, wenn ich das Geträumte später in der Realität erlebe. So etwas habe ich früher während meiner ganzen „Esoterikzeit“ nicht erlebt, sondern erst, seit ich mit Gott lebe.

Angekommen?

Gerne hätte ich an dieser Stelle auch gesagt, dass meine Sehnsucht nach Gott nun endlich erfüllt ist und ich am Ziel meiner Suche angelangt bin. Das wäre bestimmt auch ein starkes Zeugnis gegenüber anderen Menschen gewesen, die genauso wie ich auf der Suche sind und dabei schon viele Um- und Irrwege gegangen sind. Es hätte sie vielleicht ermutigt, selbst auch nach diesem liebenden Gott zu fragen, von dem es ja heißt, dass er alle unsere Sehnsüchte stillen möchte. Mich zumindest haben immer am meisten die Geschichten von Menschen berührt, die eine bewegende Gottesbegegnung hatten und sagen, dass sie in Jesus endlich das gefunden haben, wonach sie schon ihr ganzes Leben lang gesucht haben. Das kann ich von mir bisher leider noch nicht sagen; meine Sehnsucht nach Gott ist weiterhin ungestillt.

Dennoch hoffe ich, dass meine „kleine Geschichte“ ein wenig dazu beitragen kann, andere Suchende zu ermutigen, es auch mal mit diesem liebenden Gott zu versuchen. Vor allem „nüchternen Kopfmenschen“ wie mir, denen der intuitive Zugang fehlt, die aber dennoch eine tiefe Sehnsucht in sich tragen, die durch nichts in der Welt gestillt werden kann, möchte ich sagen: Auch für uns ist es möglich, Gottes Nähe und sein Reden wahrzunehmen – wenn vielleicht auch nicht so sehr über die „emotionale Schiene“, dann durch äußere Zeichen oder Träume.

Gott findet immer Wege, sich uns so mitzuteilen, dass wir ihn wahrnehmen und erkennen können. Das macht der Heilige Geist, der in uns lebt und uns führt, wenn wir unser Leben Jesus anvertrauen. Mir zumindest gibt das Hoffnung, ein Gefühl der Geborgenheit, einen inneren Frieden und nicht zuletzt natürlich auch die Gewissheit, dass ich nach meinem leiblichen Tod einmal bei Gott sein werde, dem Ziel meiner Suche und meiner Sehnsucht. Bis dahin bin ich gespannt auf die „Abenteuer“, die ich in diesem Leben noch mit Gott erleben werde!

Stefan


www.gottsucher.de

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